Freitag, 4. Dezember 2015

Rezept: Einfache Schokoladekugeln

Ursprung dieses Rezepts ist die 70er-Jahre Version der Schokoladekugeln Myrta von Betty Bossi. Im Gegensatz zur neueren Version verwendet diese Schokoladepulver (ohne n!) statt gemahlene Schokolade. Nachdem die Erfahrung ergeben hat, dass sich Schokoladensplitter statisch aufladen, überall herumfliegen und in der Hitze des Gefechts schliesslich schmilzen können, war ich definitiv offen für die Pulverversion.

Schokoladekugeln - sobald sie Risschen bekommen, sind sie fertig!

Nach Zucker- und Kakaogehaltvergleich verschiedener Pulver kam ich auf die Idee, es auch einmal mit Trinkschokoladenpulver zu versuchen. Die Schokoladekugeln sind vegan und glutenfrei (letzteres sind auch diejenigen von Betty Bossi).

Schokolade(n)kugeln Ines
3 EL Leinsamen + 8 EL Wasser (ein paar Minuten stehen lassen)
470 g Kakaogetränkpulver (mit ca. 20 % Kakaoanteil)*
300 g Mandeln, gerieben (Haselnüsse gehen sicher auch)
2-3 EL Stärke (z.B. Maisstärke)

Leinsamenflüssigkeit und Kakaogetränkpulver in einer Schüssel verrühren. Mandeln und Stärke beigeben und verkneten. Das ganze klebt ziemlich. Teig kühlstellen.

Formen: Aus dem kühlen Teig Kugeln formen und auf einem Blech platzieren und für weisse Kugeln jetzt im Puderzucker wenden. Kugeln über Nacht trocknen lassen

Backen: bei 250°C in der Mitte des vorgeheizten Ofens für 4-6 Minuten.

Schokoladenkugelnteig vor dem Kühlstellen.

Geformte Schokoladenkugeln vor dem Trocknen.

70s Food Photography by Betty Bossi ;-)
* Tipp: Das Originalrezept enthält 300 g Zucker und 200 g Schokoladenpulver. M.E. könnte man auch Kakaopulver und etwas mehr Zucker nehmen, hab's aber nicht ausprobiert.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Burmesischer "Tofu" aus Kichererbsen

Der Kichererbsentofu wird aus eingeweichtem Kichererbsenmehl (a.k.a. Besan) hergestellt. Dieses wird gekocht und in eine Form gegossen, in der es zu einem festen Block erkaltet.

Chickpea tofu
Gelber wird der Kichererbsentofu, wenn man ein wenig Kurkuma beigibt (Fotoquelle)

Danach kann man den Kichererbsentofu z.B. backen oder braten, nicht jedoch in Flüssigkeit erwärmen, da er sich sonst ebenfalls wieder verflüssigt. Das ist der Hauptunterschied zum echten Tofu aus Sojabohnen.

Daw Yee Myanmar fried chickpea tofu stix
Frittierter Burmesischer Tofu auf Flickr

Ich habe meinen (nicht verflüssigten) Kichererbsentofu nun in Rejuvelac bzw. Sojajoghurtflüssigkeit eingelegt.

Samstag, 27. Dezember 2014

Vegan Wednesday 5: Wiedermal Weihnachten mit omnivorer Mehrheit

Als Weihnachtsmenu gab's dieses Jahr Ofengemüse mit drei Saucen und zum Dessert Schokoladencheesecake (leider ohne Bild).


Das Ofengemüse bestand aus Karotten, Blumenkohl, Pepperoni, Lauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Knoblauch und den Kräutern, die Omas Gewürzregal  hergab.


Dazu gab's mitgebrachte Saucen: Raita (aus Sojajoghurt, Gurken, Knoblauch und Koriander), Hummus (tja, Hummus halt) und Kürbissauce mit Hefeflocken und Miso.




Sobald man's geschafft hat, die Omnis von der Notwendigkeit von Unmengen an Gemüse zu überzeugen, steht dem leckeren Weihnachtsessen nichts mehr im Wege. Und ja, wir helfen selbstverständlich auch beim Schnippeln!

Mehr veganes Festessen gibt's hier.

Montag, 15. Dezember 2014

Rezept: vegane Chräbeli

Für die nicht-Eingeweihten: Chräbeli sind die Mocca-Eili (oder -Kugeln) der Weihnachtsbäckerei. Auch bekannt als Änischräbeli, Anisguetzli, Anisbrötli oder Springerli verbleiben sie verschmäht zumeist bis als letzte in der Weihnachtsgüezischale. Wie die Mokkaschokolade, hat aber auch das Anisgebäck seine Fans. Für diejenigen ist das folgende Rezept.

Gebackene Chräbeli


Rezept Anischräbeli

Zutaten
400 g Puderzucker
ca. 300 ml Leinsamenschleim*
Prise Salz
1 TL Backpulver
1.5 EL Anis** gut verrühren

500 g Mehl beigeben und zu einem Teig zusammenkneten.

Chräbeli formen: Rollen von ca 1.5 cm Durchmesser formen und in etwa 5 cm lange Stücke schneiden, diese einschneiden und so biegen, dass die Einschnitte leicht öffnen. Wenn man den Teig vorher kühlstellt, lassen sich die Chräbeli vermutlich leichter formen.

Backen: Chräbeli etwa 24 Stunden trocknen lassen. Danach bei 140°C in der unteren Hälfte des Ofens mit leicht geöffneter Backofentür (Kelle dazwischen stecken) ca. 30 Min. backen.

Getrocknete, noch ungebackene Chräbeli auf nicht ganz taufrischem Backpapier.

Variante: Wer's fancy mag und ein Model hat, kann auch ein solches verwenden. Eine grosse Auswahl an verschiedensten Anis-Model gibt's an der Herbstmesse in Basel, verschiedenen Weihnachtsmärkten oder hier.

* Leinsamenschleim macht man, indem man ganze Leinsamen in Wasser kocht und diese danach absiebt. Was rauskommt, hat die Konsistenz von rohem Eiweiss. Wahrscheinlich ginge auch die äquivalente Menge gemahlene Leinsamen + warmes Wasser (Verhältnis 1:3), wenn einen die Leinsamenschalen im Gebäck nicht stören. Hier gibt's eine detaillierte Anleitung für beides. Die benötigte Menge hängt von der Flüssigkeit des Schleims ab. Falls es jemand versucht, würd's mich interessieren, wie viel ihr davon gebraucht habt!

** Ja, die Dinger heissen Anischräbeli aber - Puristen bitte wegschauen - man kann auch andere Gewürze verwenden. Ich hab's mit Fenchel- und Koriandersamen versucht und Lebkuchengewürz schmeckt auch nicht schlecht darin.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Seit wann konsumieren Menschen Alkohol? Zufallsfermentation oder teuflische Einflüsterung

Kurz nachdem ich angefangen habe, mich ein bisschen mit Fermentation beschäftige, bin ich auf Sandor Katz gestossen. Nun hab ich kürzlich gehört, wie er in einem Interview über den Alkoholkonsum gesprochen hat. Er hält es nicht für unwahrscheinlich, dass unsere Vorfahren schon Alkohol konsumiert haben bevor sie Menschen waren.

Health Tips...Drink Liquor Responsibly....Eat Fruits Liberally...Remember Both Comes From Same Source.....VeG....
Alkohol und Früchte - näher als man denkt (Foto von Sunciti _ Sundaram auf Flickr)
Natürlich nicht in Form von Alcopops, sondern eher in gegärten Beeren und Früchten. Ich finde die Vorstellung ziemlich abgefahren, aber auch nicht unwahrscheinlich. Deshalb wollte ich sie heute mit euch teilen.

Eine alternative Erklärung, wie die Menschheit zum Alkohol gekommen ist, wäre dagegen diese:

D Schnapsbrönnerei im Paradies by Peter Reber on Grooveshark

"U wenn de öppe dr Hunger chunnt u [dr Adam] gspürt es Loch im Mage
De schnouset er i de Beeristude, de Himpi geits a Chrage
Jedes zwöite Beeri tuet er uf d Syte u luegts vertröimt no mal a
Dr Tüfel het im ds Rezäpt verrate, morn fat er mit Schnapsbrönne a."
Quelle

Find ich nun aber eher unwahrscheinlich ;-).

Montag, 1. Dezember 2014

Rezept: Veganer Haselnusslebkuchen

Haselnusslebkuchen ist eigentlich kein richtiger Lebkuchen und schmeckt entsprechend auch ganz anders. Immerhin stimmt der andere Wortteil: Das Gebäck besteht im Wesentlichen aus Haselnüssen. Und natürlich aus Zucker. Ist schliesslich ein Gebäck. Wie richtiger Lebkuchen, wird Haselnusslebkuchen primär an Weihnachten verschenkt und gegessen. Einen tieferen Grund hat das allerdings nicht. Hier gibt's mehr Infos zu diesem Gebäck.
Mit Model geformter und Puderzuckerglasur dekorierter Haselnusslebkuchen im Schaufenster einer Bäckerei
Original enthält Haselnusslebkuchen Honig. Ausserdem Eiweiss, um den Teig zusammenzuhalten. Ich habe den Honig mit Tafelmelasse ersetzt, weil ich die noch hatte. Vermutlich geht aber auch Agavensirup, Birnel oder sowas. Es muss einfach eine ähnliche Konsistenz haben wie Honig.

Haselnusslebkuchenherz mit Puderzuckergesicht

Rezept Haselnusslebkuchen

angelehnt an dieses Rezept

2 EL geschrotete Leinsamen mit
70 ml Wasser (Kirsch geht wohl auch) vermischen und ein paar Minuten stehen lassen

240g Puderzucker
70g Orangeat, fein gerieben
100g Melasse, einigermassen flüssig (ich habe das Glas zuvor auf den Ofen gestellt) beigeben und gut vermischen

350g gemahlene Haselnüsse (ich habe meine ein bisschen geröstet)
1 TL Zimt
1 EL Mehl beigeben und zu einem Teig verkneten.

Teig zugedeckt einige Stunden in den Kühlschrank stellen.*
Teig auf ca. 1 cm dick auswallen (wenn nötig auf Zucker, nicht Mehl).

Förmchen ausschneiden oder ausstechen oder ein Model aufdrücken.
einige Stunden offen stehen lassen.*
im auf 230°C vorgeheizten Ofen in der Ofenmitte 10 Minuten backen.**
Lebkuchen auskühlen lassen und ggf. mit Puderzuckerglasur verzieren.

Rezept Puderzuckerglasur

1 T Wasser mit
5 T Puderzucker vermischen.

* Keine Ahnung, wie wichtig das Stehenlassen ist. Wer's eilig hat, kann's auch ohne versuchen und ggf. die Backzeit anpassen.
** Ich habe den Teig in fünf Lebkuchen aufgeteilt und in einem Gasbackofen gebacken. Your milage may vary.

Samstag, 29. November 2014

Dienstag, 25. November 2014

Carob

Carob-Pulver
Nachdem sich meine bisherigen Johannisbrotexperimente auf die Johannisbrotfrucht bzw.-samen sowie das Mehl aus Johannisbrotschoten bzw. deren Kerne konzentriert haben, bin ich nun auch bei Carob angekommen.

Carob schmeckt wie das kroatische Johannisbrotmehl und auch meine selbst gemahlenen Johannisbrotschoten. Der Hauptunterschied besteht jedoch im Mahlungsgrad. Carob ist viel feiner gemahlen und nun ist mir auch klar geworden, warum jemand auf die Idee gekommen ist, Kakaopulver damit zu ersetzen. Die beiden Pulver ähneln sich nämlich sowohl in der Parktikelgrösse als auch in der Farbe. Nicht jedoch im Geschmack.

Nun bin ich gespannt, wie sich dieses Pulver noch so verwenden lässt. Milchmischgetränke? Kuchenglasur? Hat jemand eine Idee?

Dienstag, 18. November 2014

Themenmusik: Schneelieder

In der Rubrik "Themenmusik" erscheint hier ab und zu Musik, die auf den ersten Blick nicht besonders viel gemeinsam hat, auf den zweiten aber eben irgendwie schon. Mal sind die Gemeinsamkeiten banal, manchmal auch weniger.

Heute: Lieder, in denen es um Schnee geht oder die zumindest Schnee im Titel haben.

Russ Conway - Snow Coach


Bit Shifter - Let It Snow


Frank Zappa - Don't Eat The Yellow Snow


Was gibt's sonst noch so für gute Schneelieder?

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Themenmusik: Drogen

In der Rubrik "Themenmusik" erscheint hier ab und zu Musik, die auf den ersten Blick nicht besonders viel gemeinsam hat, auf den zweiten aber eben irgendwie schon. Mal sind die Gemeinsamkeiten banal, manchmal auch weniger.

Heute: Drogen und ihre Wirkung.

Black Flag - Drinking and Driving

Egotronic - Verspult


Velvet Underground - Heroin


Götz Widmann - Zöllner vom Vollzug abhalten auf der A4



Welche Lieder über Drogen magst du? Pro, contra oder einfach sonst irgendwelche Musik, die Drogen thematisiert.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Themenmusik: Goldig

Wie immer gibt's bei den allseits beliebten Posts in der Kategorie Themenmusik - wie der Name schon vermuten lässt - Musik zu einem bestimmten Thema. Heute Gold.


 The Stranglers - Golden Brown (aka Never a Frown with Gordon Brown)


T. Rex - Solid Gold Easy Action

Skatalites - Golden Love

 Die Goldenen Zitronen - Menschen machen Fotos gegenseitig

Donnerstag, 18. September 2014

Themenmusik: Lichtschalter

In der Rubrik "Themenmusik" erscheint hier ab und zu Musik, die auf den ersten Blick nicht besonders viel gemeinsam hat, auf den zweiten aber eben irgendwie schon. Mal sind die Gemeinsamkeiten banal, manchmal auch weniger.

Heute: Licht an oder aus?

Stereo Total - Mehr Licht

Tweet ft. Missy Elliot - Turn Da Lights Off


Swoons - Mach mal das Licht an


Nelly Furtado - Turn Off The Light

Montag, 25. August 2014

Paneuropäischer Johannisbrotkuchen mit Mandeln

Das Paneuropäische an diesem Kuchen liegt darin, dass es sich um ein an ein Rezept für einen portugiesischen Kuchen angelehntes Rezept handelt, bei dem ich aber kroatisches Johannisbrotpulver verwendet und ihn irgendwo dazwischen gebacken habe.


Rezept Paneuropäischer Johannisbrotkuchen mit Mandeln

4 EL geschrotete Leinsamen + 180 ml Wasser mischen und ein paar Minuten stehen lassen.

Trockene Zutaten
1 Tasse Mehl
1 Tasse Zucker
1 Tasse Johannisbrotpulver (ich habe das gekaufte Rogač-Pulver genommen, Carob funktioniert bestimmt auch, schmeckt möglicherweise aber anders)
1/2 Tasse gehackte (geröstete) Mandeln
1/2 Tasse Haferflocken
1 Briefchen Backpulver

Trockene Zutaten mischen.

Nasse Zutaten
3 EL Öl
1 Tasse Pflanzenmilch
Das Leinsamengemisch von oben
1 EL flüssige Süsse (Melasse, Agavensirup, Johannisbrotsirup, sowas)

Nasse Zutaten verquirlen und dann mit den trockenen Zutaten mischen.

Das ganze wird ein Rührteig. Ich habe keine Ahnung, ob er in eine Cakeform (28 cm? 30 cm?) passt, da ich ihn in einer Gratinform gebacken habe. Je nachdem muss die Backzeit etwas angepasst werden und dann mit einem spitzen Gegenstand geprüft, ob noch was kleben bleibt. Ich habe den Teig 50 Minuten zuoberst in meinem vorsintflutlichen Gasbackofen gebacken.

Danach kann der Kuchen mit Puderzucker bestreut werden, wenn man welchen da hat oder mahlen mag. Eine Schokoladenglasur würde sich aber bestimmt auch gut machen.



Montag, 18. August 2014

Johannisbrotbaumfrüchte

Es handelt sich dabei nicht um Früchte, wie man sie sich vorstellt, sondern um Hülsenfrüchte. Johannisbrotbaumschoten also eher. Die Johannisbrotbaumfrüchte sind essbar. Wenn man sie so anschaut, fragt man sich allerdings wie.

Johannisbrotschoten, getrocknet

Was tun mit Johannisbrotschoten?

Im Internet finden sich etwa folgende Vorschläge:
  • Die Schoten aufbrechen, die Kerne entfernen, waschen und kauen.
    Getestet: Schmeckt süsslich, fühlt sich ein bisschen an, wie an Süssholz zu knabbern, nur schlaiger.
  • 20 Minuten kochen, aufschneiden, Kerne entfernen und essen.
    Getestet: Schmeckt besser als roh, die Schale bleibt verhältnismässig fest, aber nicht mehr brüchig.
    Könnte eventuell in Gerichten schmecken, in denen kreative Köche und Köchinnen sonst Kakaopulver verwenden. Passt most definitely nicht zu Wirz. Vielleicht eher zu Pilzen. Oder in einem süssen Gericht wie Milchreis oder Haferbrei.
    Kerne definitiv nicht essen. Die sind steinhart.
  • Statt zu kochen, in ein feuchtes Tuch einwickeln und über Nacht liegen lassen.
  • Das ganze mahlen und in Süssspeisen verwenden (nach dem Kochen bzw. ohne Kochen)
    z.B. mit Trockenfrüchten vermischt oder mit Zucker an einem süssen Teigwarengratin.
    Getestet und zwar zum Backen. Gab dann Kakao-Carob-Kekse. Der Teig erinnerte ein wenig an den Crunchy Ovo-Aufstrich, was auch daran lag, dass ich die Schoten nicht so ganz fein gemahlen bekommen habe.
  • Wer ein Gerät hat, das sowas zustande bringt, kann die Carobschoten auch direkt mit etwas Flüssigkeit pürieren.
  • Sirup oder Marmelade draus machen.
  • Ins Müesli geben.
    Universalverwendungszweck für Essen, mit dem man nichts so recht anzufangen weiss
  • Likör draus machen.
  • Nicht-menschlichen Tieren anbieten.
  • Zum Färben von Stoff verwenden.
  • Tee draus machen.
    Dazu die Schoten zerkleinern und dann mit Wasser 15 Minuten kochen oder nur aufkochen und eine Stunde stehen lassen. Tee trinken, Satz essen.
    Getestet: Zerkleinerte Schoten mit Kräutertee gemischt, mit kochendem Wasser aufgegossen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Nur der Tee ganz unten in der Tasse schmeckte es ein bisschen nach Carob. Kochen wäre wohl besser.
    Mit Kochen getestet: Definitiv besser und der Satz ist auch besser essbar.
  • Die Samen pflanzen.
Hat jemand noch weitere Ideen? 

Karob-Kakao-Kekse

Teeexperiment mit zerbrochenen Schoten

Wonach schmecken diese Johannisbrote?

Mein erster Eindruck: Jedenfalls nicht nach Schokolade. Der Geruch hat eine gewisse Ähnlichkeit, aber schmecken tut's eher wie Süssholz: süss und weniger bitter als Kakao.
Andere Leute erinnern Geschmack und Geruch an Lebkuchen, Kakao oder auch veganen Käse (?).

Woher bekommt man die Schoten und was kostet der Spass?

Die abgebildeten Schoten haben 1.80 Franken gekostet (~ 8 Fr./Kg) und wurden in einem türkischen Lebensmittelladen gekauft. Laut Internet gibt es sie auch in Reformhäusern.

Wer weniger am Herstellungsprozess und mehr an den kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten interessiert ist, kann die Schoten auch bereits pulverisiert kaufen. Mein Pulver hat für 200 Gramm 2.90 Franken gekostet (14.50 Fr./Kg).

Rogač heisst's auf Kroatisch. Carobpulver ist aber offenbar etwas anderes. 

Sonntag, 13. Juli 2014

Vegane Sablés

Sablés sind mir eigentlich nur als Weihnachtsgüezi bekannt. Das macht aber nichts, denn sie schmecken - wie eine empirische Selbststudie herausgefunden hat - auch im Sommer* gut.


Rezept für vegane Sablés (frei nach Betty Bossy)

175 g Kokosfett
+ 75 g Zucker
+ Salz
+ 1 EL Flüssigkeit nach Belieben (Wasser, Pflanzenmilch oder irgendwas, das Geschmack gibt)
schaumig rühren.
250 g Mehl** damit verkneten.

Eine backblechlange Wurst rollen (geht gut mit Backtrennpapier oder Klasichtfolie) und diese in den Kühlschrank stellen bis sie fest wird.

Anschliessend die Teigwurst in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden, formschön auf einem Backblech drapieren und nach Belieben mit Zucker/Salz bestreuen.

Backen: etwa 10 Minuten bei 200°C.

**Tipp: Wenn man für irgendein Gebäck glutenfreies Mehl verwenden kann, dann für Sablés. Ich hab Kastanienmehl genommen. Mit Weizenmehl sind die Sablés heller.

Sind Sablés eigentlich vergleichbar mit Sandgebäck? Was ist mit Shortbread? 

*Sommer as in Temperaturen unter 20 Grad oder so. Sonst schmilzt das Kokosfett nämlich und dann funktioniert das nicht.

Edit: Ich habe die Sablés nun nochmal mit flüssigem Kokosfett gemacht. Das ist zwar zum Vermischen super praktisch, resultiert jedoch nicht in einem festen Teig, der sich zu Rollen formen lässt. Man kann ihn dann kühl stellen, wodurch aber dann schnell zu hart wird, was primär am Kokosfett liegt. Mit etwas Handwärme wird er aber durchaus wieder formbar.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kokosblütenzucker

In letzter Zeit habe ich auf verschiedenen Blogs von Kokosblütenzucker gelesen. Weil ich's interessant finde, zu sehen, was andere Leute so essen und Kokosblütenzucker davor nicht kannte, habe ich im Internet gestöbert, um herauszufinden, was es sich mit diesem Süssungsmittel so auf sich hat. Hier meine Ergebnisse.*

Was ist Kokosblütenzucker?

Offenbar wird Kokosblütenzucker aus den Blüten der Kokospalme gewonnen bevor da eine Kokosnuss wachsen kann. Aus Kokospalmen kann man also entweder den süssen Sirup abzapfen oder Kokosnüsse ernten. Das führt dazu, dass die Produktion von Kokosblütenzucker zuweilen als nicht nachhaltig kritisiert wird. Verwendet wird Kokosblütenzucker wie "normaler" Haushaltzucker.

Thailand 2
Herstellung von Zucker aus dem Kokospalmensaft, Foto von cmspaeth3107

 

Ist Kokosblütenzucker identisch mit Palmzucker?

Kokospalmen sind auch Palmen. So gesehen, ist Kokosblütenzucker auch eine Art Palmzucker. Die Herstellung erfolgt analog. Nur gibt's halt noch andere Palmen, deren Saft auch abgezapft werden kann, um Zucker herzustellen.
Dazu kommt, dass dafür offenbar nicht bei allen Palmen die Blüten abgeschnitten werden (wie bei der Kokospalme), um an den Saft zu kommen.

Coconut sugar (coconut sap sugar), coconut honey Gingoog, Mindanao, Philippines
Kokosblütensirup (nach dem Einkochen des Saftes), Foto von Christer Barregren

 

 Ist Kokosblütenzucker gesund?

Dafür spricht, dass er - gleich wie anderer Palmzucker - weniger raffineriert ist als der "normale" Haushaltzucker. Er enthält also noch mehr anderes Zeug (namentlich Mikronährstoffe) als "nur" Zucker. Ausserdem hat Kokosblütenzucker offenbar einen tieferen Glykämischen Index als normaler Zucker, was gemeinhin auch als gesund gilt. Wie hoch dier Glykämischen Index anderer Palmzuckerarten ist, habe ich nicht ausfindig machen können.

Andererseits ist's halt immer noch Zucker. Zucker in dem Sinn, dass es sich um ein Produkt handelt, mit dem eine ganze Menge passiert ist, um es so hinzubekommen, wie es schliesslich konsumiert wird: Erst wird die Palme angezapft, damit der Saft raustropft, dann wird dem Saft Wasser entzogen (bzw. es verdunstet) bis er zu Sirup und schliesslich einem festen Block wird, der dann wiederum zerkleinert werden muss, um ihn wie "normalen" Zucker verwenden zu können.

Nicht dass die Verarbeitung von Lebensmitteln, um sie geniessbar zu machen, grundsätzlich schlecht wäre. Es handelt sich dabei nur um einen Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann, um sich zwischen all den super klingenden Anpreisungen zu entscheiden, was man essen möchte.

Raw and sweet
Palmzuckerblöcke, Foto von carol mitchell

Wo gibt's Kokosblütenzucker zu kaufen?

Palmzucker findet man in Läden, die sich auf die Küche einer Region spezialisiert haben, in der Palmzucker traditionell verwendet wird (Asienläden, beispielsweise). Kokosblütenzucker habe ich bisher nur im Internet gesehen. Kann aber sein, dass es den auch in einem Bioladen oder Reformhaus gibt.

Update: Wie schmeckt Kokosblütenzucker?

Zumal der Kokosblütenzucker mittlerweile auch verschiedene Schweizer Bioläden und Reformhäuser erreicht hat, kam ich nicht umhin, ihn mal zu testen. Meiner Meinung nach schmeckt er (neben süss) etwas malzig und erinnert mich ein wenig an die Milchschokolade mit den Luftbläschen (Cailler Air? Oder doch Frione Power-Malt von der Migros?), nur halt nicht schokoladig. Weiterverwendet habe ich ihn bisher noch nicht.  Getestet habe ich den Zucker von Amanprana (Gula Java).

Interessante Links

Übersicht weiterer Süssungsmittel
Infos über Kauf, Lagerung und Verwendung von Palmzucker
Kritik an der Nachhaltigkeit der Kokoszuckerproduktion 
Veganessa testet verschiedene Kokosblütenzuckersorten
Ziemlichschoen nutzt den Malzgeschmack für einen veganen Ovomaltineverschnitt (via)

Verwendet ihr Kokosblütenzucker? Warum (nicht)? Was würdet ihr mit so einem Zuckerblock wie oben auf dem Bild anstellen?

* Der obenstehende Text gibt neben meinen Erfahrungen im Wesentlichen Informationen wieder, die ich auf Wikipedia und von dort verlinkten Sites gefunden habe. Ich habe keine eigene Erfahrung mit der Verwendung von Kokosblüten- oder anderem Palmzucker.

Dienstag, 3. Juni 2014

Nixtamalization Parte Dos: Nixtamal (Hominy)

Nachdem Maistortillas hier vor einer Weile schon Thema waren, geht's nun einen Schritt zurück. Heute geht's um Nixtamal oder Hominy. Es handelt sich dabei - wie der Name schon erahnen lässt - handelt es sich ebenfalls um ein Nahrungsmittel, das nixtamalisiert wurde.


Was ist Nixtamal?

Im Unterschied zu Tortillas ist hier das Maiskorn noch nicht gemahlen. Das bedeutet allerdings, dass es noch ganz ist, denn bei der Nixtamalisation wird (neben der ganzen Magie, die die alkalische Lösung anrichtet) auch die Hülle der Maiskörner entfernt. Diese lässt sich auch nach dem Nixtamalisieren nicht essen. Also nix mit Vollkorn.

Verschiedene Maissorten im American Market

Wo kann man Hominy kaufen und was macht man damit?

Genau wie sonstige Nahrungsmittel und Gerichte aus nixtamalisiertem Mais, ist Hominy in der Schweiz relativ schwierig zu bekommen. Offenbar vermissen so manche Expats aus den USA hier ihre Hominy Grits und auch wer beispielsweise Pozole zubereiten will, stösst auf Schwierigkeiten.

In mexikanischen Läden gibt's Nixtamal manchmal in Dosen als Maíz Pozolero. Es handelt sich dabei um vorgekochten Mais - eben für Pozole. Theoretisch gibt's das ganze auch getrocknet. Dann muss man den Mais erst über Nacht einweichen und 'ne Weile kochen. Ähnlich wie Bohnen.

Leute, die Bohnen nicht vertragen, kann Hominy analog verwenden, um Bohnen in einem Gericht zu ersetzen. Etwa in Chili oder Burgertätschli.

Ich habe meinen Mais bei Comestibles La Española in Basel gekauft. Es gab ihn offen zu kaufen und das Kilo kostete Fr. 7.50.

Andere Sorten von nixtamalisiertem Mais gibt's im American Market in Genf.

American Market und Diner an der Rue de Neuchâtel in Genf

Wie kocht man diesen getrockneten Mais?

Wie bei Bohnen sind auch die Einweich- und Kochzeiten eine Wissenschaft für sich. Ich habe meinen Mais mehr als 24 Stunden eingeweicht und schlussendlich etwa zwei Stunden gekocht. Ob er danach tatsächlich verzehrfertig war, kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit schlecht beurteilen. Beschwerden hatte ich jedenfalls keine.

Beim nächsten Mal werde ich sicher mehr auf einmal kaufen und kochen, sonst lohnt sich das energietechnisch nicht.

Gekochte Maiskörner mit Gewürzen.

Wie schmeckt nixtamalisierter Mais gekocht?

Wie Getreide in Bohnenform. Nicht süss wie Mais direkt vom Maiskolben oder aus der Dose, aber auch nicht cremig wie Polenta. Wenn Hominy zu lange gekocht wird, fransen die Körner eher aus als dass sie eine homogene Masse bilden. Nur wenig der Stärke gerät ins Wasser.

Samstag, 17. Mai 2014

Hörtipp: Health Nuts - A History Of Nutritional Advice

Tower Health Foods
Foto von Thomas Hawk






Hier einige neue Erkenntnisse meinerseits zum Thema gesundes Essen im Wandel der Zeit:
  • Die obligatorischen Antifas, die mit der Antispe-Fahne an jeder Demo auftauchen, sind nicht die ersten, die Herrschaftskritik und Ernährung verbinden.
  • Die Idee, sich gesund zu ernähren, stammt aus dem Anspruch, sich moralisch richtig zu verhalten.
  • Erst im Verlauf der Zeit gewann der Aspekt der Selbstverbesserung aus eigennützigen Gründen (namentlich zur Leistungssteigerung für die Verwertung der eigenen Arbeitskraft) an Bedeutung.
  • Produkte, die nur gesund sind, setzen sich nie durch. Bei der Masse setzen sie sich erst durch, wenn sie so gut schmecken, dass sie nicht mehr besonders gesund sind (z.B. Cornflakes, veganes Fertigzeug).
  • Was man isst, ist schon seit langem eine politische Entscheidung. Teils eine persönliche (z.B. Vegetarismus, weil man Sklaverei ablehnt), teils fremde (z.B. Förderung von Weizen, um den einheimischen Mais zu verdrängen).
Aber hört selbst im Backstory Podcast "Health Nuts: A History Of Nutritional Advice".

Allen, die sich für Ernährung im historischen Kontext interessieren, sei auch der "A Taste Of The Past" Podcast wärmstens empfohlen. 

Samstag, 10. Mai 2014

5 Tipps, um ungeliebtes Gemüse liebzugewinnen

In meiner Gemüseumfrage gab's auch die Option "Ich mag beim besten Willen kein Gemüse". Viele Stimmen hat sie nicht gerade erhalten, was mich als grosse Gemüsepropagandistin natürlich erfreut. Allerdings dürfte da wohl auch eine gewisse Selbstselektion stattgefunden haben...

Wie dem auch sei, nicht nur wer gar kein Gemüse mag, macht sich manchmal Gedanken, wie er oder sie die eine oder andere Gemüsesorte lieber bekommen könnte. Weil's doch so gesund ist. Oder weil man gerade zig Zucchetti von der Nachbarin geschenkt bekommen hat. Oder weil man eh jede Widrigkeit als Herausforderung betrachtet und sich einfach nicht eingestehen mag, dass einem Rosenkohl nunmal nicht schmeckt.

Hier deshalb fünf Tipps, wie man eine Gemüsesorte gern (oder lieber) bekommen kann:
  1. Das Gemüse in einem anderen Gericht verwenden (lassen) als man es bisher gegessen hat.
    Beispiele: Spinat als Palak Paneer (oder Tofu) statt Rahmspinat als Alibibeilage, Rettich als Rettichcurry statt Rettichsalat, Weisskohl als Bestandteil eines Wokgerichts statt als Sauerkraut.
    Zucchettipizza
  2. Die ungeliebte Gemüsesorten mit Gemüsesorten mischen, die man gerne mag.
    Beispiele: Wokgerichte, Ofengemüse, Curries, Suppen, Salate, Gemüsegratins.
    Pfannengemüse - Was waren nochmal die hellen Stückchen?
  3. Erwachsen tun.
    Das ist mehr eine Kopfsache. Wenn man bisher als Kind oder aufgrund gesellschaftlicher Konventionen das betreffende Gemüse nur alibimässig probiert hat, kann es vorkommen, dass man beim nächsten Probieren bereits das Nichtmögen antizipiert. Das führt dazu, dass man sich nicht wirklich auf das Schmecken dessen, was man da grad im Mund hat, einlässt, sondern es nur möglichst schnell runterschlucken will, um sich dem anderen (leckereren) Teil des Essens zu widmen. Es kann hilfreich sein, sich einzureden, dass Gemüseessen etwas ist, das weltoffene, erwachsene Menschen, zu denen wir uns doch gerne zählen, halt so tun. Wie Kaffee- oder Biertrinken, das die meisten auch nicht durchs erstmalige Probieren liebgewonnen haben. It's an acquiered taste.
    Probieren ist für Bébés, Foto von cc511
  4. Gemüse unkenntlich machen.
    Beispiele: kleinschnippeln, pürieren, entsaften, mit Sauce ertränken, (scharf) würzen, in Smoothies verstecken (funktioniert auch mit ungeliebten Früchten).
    Basilikum, Bärlauch, Petersilie oder doch Spinat? Pesto!
  5. Eine andere Konsistenz ausprobieren. Roh, gedämpft, gekocht, gebacken.
    Beispiele: rohe Zucchettispaghetti oder weiche Zucchetti im Ratatouille oder angebratene Zucchettischeiben oder Zucchettichips.
Texturvariation: Rettich als Gemüsespaghetti
Welche Gemüsesorte mögt ihr gar nicht? Welches Gemüse, das ihr früher nie mochtet, esst ihr heute gerne und wie ist's dazu gekommen?

Samstag, 3. Mai 2014

Gemüsesteckbrief: Broccoli


A.k.a. Brokkoli
Schmeckt: In Curries, mit Hefeflockensauce, mit Ingwer, mit Knoblauch, nicht allzu weich gekocht
Schmeckt objektiv betrachtet am Besten: Mit Reis und Hefeflockensauce
Und sonst? Sieht ein bisschen aus wie ein Bäumchen. Der Strunk ist auch essbar, muss aber ggf. etwas länger gekocht werden. Die Blätter kann man auch essen. Gewinner der Gemüseumfrage.
Ergänzungen willkommen!

Donnerstag, 1. Mai 2014

Themenmusik: Hammermusik

Es gibt Neues aus der allseits beliebten Rubrik Themenmusik! Und zwar Hammer-Musik - textlich hammerbezogene Musik, versteht sich.


Pete Seeger - If I Had A Hammer


Queen - Hammer To Fall


Chumbawamba - Hammer, Stirrup and Anvil

Und schliesslich noch die ultimative Hammer-Musik: Hammer im Bandnamen und Hammer im Liedtitel. Über die Qualität der Musik mag man sich allerdings streiten...

Hammerfall - Hammerfall

Kennt ihr sonst noch Lieder, welche mit Hämmern zu tun haben? Gern auch im übertragenen Sinn.

Samstag, 26. April 2014

Gemüsesteckbrief: Blumenkohl


A.k.a. Karfiol, Minarett-Kohl (wie toll ist das denn?)
Schmeckt: Püriert (in Suppen und Saucen, die hell sein sollten, als Püree), knapp gar, angebraten; roh eher gewöhnungsbedürftig; als Curry
Schmeckt objektiv betrachtet am Besten: mit Zwiebeln angebraten, gewürzt mit Chilipulver, gerösteten Senf-, Zwiebel- und Bockshornkleesamen
Und sonst? die Blätter und den Strunk sind auch essbar (gekocht jedenfalls). Platz 2 in der Gemüseumfrage.
Ergänzungen willkommen!

Donnerstag, 24. April 2014

The Saga Continues: Maistortillas aus vorgekochtem Maismehl

Nach meinen ursprünglichen Recherchen war ich der Auffassung, dass sich Maistortillas nur aus nixtamalisiertem Maismehl herstellen lassen, was hier wiederum nur sehr schwer und ziemlich teuer zu finden war. Das Tortilla-Rezept in der Church of Seitan hat mich dann wieder an die Maistortillas erinnert. Und wie es der Zufall manchmal so will, bin ich kürzlich in einem Laden mit indischen Lebensmitteln auf dieses Mehl gestossen:

Harina PAN

Da es auch spanisch angeschrieben und nicht exorbitant teuer war und mir die Verpackung ausserdem mitteilte, damit liesse sich auch Tortillas herstellen, habe ich es prompt gekauft.

Um es vorweg zu nehmen (nach drei Absätzen): Nixtamalisiert ist es nicht. Es handelt sich um vorgekochtes Maismehl. Masa Harina, aus dem Maistortillas in der Regel hergestellt werden, ist ebenfalls vorgekocht, aber zusätzlich eben noch nixtamalisiert, was ihm - so sagen Leute, die sich damit auskennen - einen anderen Geschmack gibt.

Tortillas lassen sich mit Harina PAN jedoch auch herstellen. Dazu mischt man es mit der gleichen Menge Wasser und ein wenig Salz, formt Kügelchen, wallt die aus und brät sie in der Pfanne. Oder man gibt sie in eine Tortillapresse und wenn diese nicht vor Abscheu streikt, hat man einige Sekunden später ebenfalls leckere Tortillas.

Die Anleitung auf der Verpackung
Harina PAN kommt übrigens aus Venezuela und wird sowohl aus weissem wie auch aus gelbem Mais hergestellt. Das in der gelben Verpackung ist weiss, das in der orangen Gelb (intuitiv klar, oder?)

Was mich jetzt noch interessieren würde, ist, warum das mit vorgekochtem Maismehl funktioniert, mit dem hier üblichen dagegen nicht genügend zusammenhält und deshalb nicht zu funktionieren scheint. Vielleicht findet sich unter meiner Leserschaft ja eine Chemikerin oder ein Lebensmitteltechnologe, die mir da weiterhelfen können. Und auch wenn sonst jemand eine Vermutung hat, immer her damit!

Sonntag, 20. April 2014

When Life Gives You Lemons... mach Zitronenkuchen draus

Osterkuchen wird (zumindest in der Schweiz) mit Reis gemacht. Das fand ich - besonders angesichts der Tatsache, dass man das gar nicht unbedingt denken würde, wenn man ein Stück davon isst - ziemlich cool. Schmecken tut's meiner Meinung nach nämlich ziemlich quarkig. Oder - wenn man aus Weltgegenden stammt, in denen Käsekuchen nicht üblicherweise aus Hartkäse hergestellt wird - wohl irgendwie auch käsig. 

Zitronenquarkkuchen mit Zitronenrindedekoration

Ähnlich ist's auch bei diesem Zitronenkuchen. Meine Wenigkeit würde diesen Kuchen unvoreingenommen wohl Quarktorte nennen, andere nennen ihn eben Käsekuchen, Cheesecake oder - mangels tatsächlichem Käse - Teasecake. Reis enthält er nicht, dafür aber Hirse. Und Nüsse. Und sonst allerhand nette Dinge.

Nahaufnahme vom blind gebackenen Tortenboden
Normalerweise würde man an dieser Stelle wohl das Rezept posten. Da das Rezept für diesen Zitronenkäsekuchen schon in diversen Variationen im Internet verfügbar ist, belasse ich es an dieser Stelle bei einigen Hinweisen auf die besten Rezepte, auf die ich in meiner - natürlich selbst für Desserts obligatorischen - Recherche gestossen bin.


Ob das wohl auch mit anderen Geschmacksrichtungen funktionieren würde? 

Kennt ihr sonst noch Kuchenrezepte, die Zutaten enthalten, die man nicht in einem Kuchen vermuten würde?

Samstag, 19. April 2014

Gemüsesteckbrief: Spinat



A.k.a.
Schmeckt: gedämpft entweder mit Schärfe (z.B. Chilipulver), Säure (z.B. Essig) oder Unmengen an Salz, roh als Salat, als Pesto mit viel Knoblauch oder Füllmaterial, wenn's zu wenig Basilikum hat, aber trotzdem grün sein soll
Schmeckt objektiv betrachtet am Besten: als Salat (inkl. Stiele)
Und sonst? Die kleineren Blätter sind meist weniger spinatig als die grossen. Dafür können die grossen etwas holzig sein. Dann empfiehlt es sich, sie zu dämpfen. Platz 3 in der Gemüseumfrage.
Ergänzungen willkommen!

Samstag, 12. April 2014

Gemüsesteckbrief: Karotten



A.k.a. Möhren, Rüebli.
Schmeckt: Zu Kartoffeln, mit Currypulver, in Tomatensauce, als Salat (roh oder gekocht), Curries, im Salat, als Ofengemüse; eignet sich auch für Zwischendurch, wer's fancy mag, schält und schneidet sie zuerst und richtet sie hübsch mit Dip an.
Schmeckt objektiv betrachtet am Besten: ganz, roh.
Und sonst? Das Grün am oberen Ende ist auch essbar und – wie Grünzeug das meist so an sich hat – sogar gesund.
Ergänzungen willkommen!

Samstag, 5. April 2014

Gemüsesteckbrief: Zucchetti


A.k.a. Zucchini
Schmeckt: überall, wo Gemüse, aber kein Geschmack gewünscht ist; als Spaghetti, auf Gemüsekuchen mit getrockneten Tomaten und Pesto, roh und ein bisschen gedämpft/gebraten, sonst wässerig
Schmeckt objektiv betrachtet am Besten: Als Vehikel für Sauce
Und sonst? gibt's in Gelb und verschiedenen Grüntönen, länglich oder auch rund (zuletzt gesehen bei beyourselfstayhealthy), schmeckt nach relativ wenig
Ergänzungen willkommen!

Freitag, 4. April 2014

Ist veganes Essen teuer? Hier gibt's gratis Veganersenf

Ich find's ja immer super, wenn sich jemand dafür entscheidet, irgendwas in seinem oder ihrem Leben künftig vegan(er) zu gestalten. Da scheinen mir die Gründe dafür erst einmal sekundär.

Nun habe ich aber schon vernommen, wie sich frischgebackene Challengeveganer darüber aufgeregt haben, dass das vegane Zeug immer so teuer sei und offenbar soll's auch schon gesundheitsbewusste Protoveganerinnen gegeben haben, die vor den hohen Bioladenpreisen von veganem Essen zurückgeschreckt sind.

vegan food haul
Vegan Food Haul von extra-minty
Ich hatte mir also überlegt, einen Post darüber zu schreiben, dass veganes Essen und veganes Leben überhaupt nicht teuer sein muss. Doch dann habe ich mich dran erinnert, dass ich ja selten die erste Person ever bin, der irgendwas auffällt, weshalb ich an dieser Stelle primär auf folgende lesenswerte Texte hinweisen möchte:

9 Tipps für Neuveganer_innen ohne viel Geld
Von Superfoods und mysteriösen Geldflüssen
Wieso Nichtkochen teuer ist

Sekundär natürlich doch noch mein Senf dazu: Vegane Ernährung ist so teuer, wie man sie sich macht. Das ist nicht anders als bei unveganer Ernährung:
  • Fancy Foods (a.k.a. Superfoods, Gourmetzeug) kosten mehr, weil sie als besonders edel/super/whatever gelten oder die Herstellung aufwändig ist.
    • Lösung: Sich weniger fancy ernähren und seine Fancyness aus anderen Quellen als der Ernährung schöpfen.
  • Biolebensmittel kosten mehr, weil die externen Kosten, die bei deren Herstellung anfallen, nicht nachfolgenden Generationen oder anderen Lebewesen belastet, sondern eben im Lebensmittelpreis integriert werden.
    • Lösung: Konventionell produzierte Lebensmittel kaufen und mit dem schlechten Gewissen leben oder sich dafür engagieren, dass bio konventionell wird.
  • Lebensmittel, die von Menschen produziert werden, die faire Löhne erhalten (was auch immer das heissen mag), kosten mehr, weil der Courant Normal halt unfaire Entlöhnung ist.
    • Lösung: s.o. bei Bio
  • Economics of Scale: Zeug, das mehr gekauft wird, kostet regelmässig weniger als wenn es weniger nachgefragt wird, weil die Fixkosten nicht proportional zur produzierten Stückzahl sind (sondern eben fix).
    • Lösung: alle Freund/-innen dazu ermutigen, veganes Fertigzeug zu kaufen, damit es billiger wird ;-)
rice & beans with grilled sweet potato
Reis, Bohnen und Gemüse - Foto von Miikka H

Und tertiär noch einige Linktipps für die Hochpreisinsel Europas:
  • FB-Gruppe zu allen möglichen veganen Produkten, die's in der Schweiz so gibt (z.B. in der Migros)
  • Food Sharing: Essenskörbe verschenken und geschenkt bekommen.
  • Für Früchte, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte zu erschwinglichen Preisen: Türkische Supermärkte (z.B. Alima)
  • Und wer immer mal wieder etwas Neues in der Küche braucht, kann sein Glück auch einmal in einem Asienladen versuchen (z.B. New Asia Market, Aggarwal)
Gibt es Nahrungsmittel/Gerichte, die ihr nicht so oft esst, weil sie euch zu teuer sind (vegane oder auch andere)?

Sonntag, 30. März 2014

Küchenexperimente: Holzjoghurt

Die Idee

Ich muss zugeben, dass ist beim ersten Durchlesen des Sojajoghurtrezepts von SalieriC ein wenig eingeschüchtert war: So präzises Arbeiten war da gefordert und dann auch noch Hygiene wie in einem Operationssaal!

Aus diesem Grund und weil ich Sojajoghurt höchstens ab und zu zum Kochen, aber sonst nicht regelmässig verwende, habe ich das Projekt "Sojajoghurt" erst einmal auf Eis gelegt.

Tiefgekühlt blieb es dort einmal bis ich kürzlich bei Cooketteria von Lactobazillen gelesen habe, die auf Bäumen leben. Wo gibt's denn sowas!

Cornus mas
Die blühende Kornelkirsche - gelb wie Forsythien, aber einheimisch. Foto von Roberto Verzo

Ermutigt vom Umstand, dass diese Bazillen - anders als ihr Name vermuten liessen - offenbar auch Sojamilch in Joghurt verwandeln können, wenn man sie lässt, machte ich mich auf die Suche nach einem Kornelkirschbaum. In der Schweiz nennt man diese Gewächse übrigens Tierlibäume und die Beeren dran Tierlibeeren. Fragt mich nicht, warum.

Da im Moment ausser Forsythien kaum etwas Gelbes zu blühen scheint, war ein solcher Strauch - trotz meiner Unkenntnis der lokalen (sind wir ehrlich: jeglicher) Fauna - relativ schnell ausgemacht.

Das Vorgehen

Anschliessend bin ich fast wie in Cooketterias Anleitung beschrieben vorgegangen: Ein Ästchenstückchen in ein zwei kleine, mit heissem Wasser abgespühlten Einmachgläsern gelegt, mit lauwarmer Sojamilch aufgegossen, Deckel drauf und auf die Heizung gestellt. Joghurtbereiter oder Backofenlampe habe ich leider nicht. Mein vorsintflutlicher Aussentermometer meint aber, dass über der Heizung bei mir ungefähr 38 °C herrschen. Dann habe ich gewartet. Schlussendlich ist meine Sojamilch etwa 26 Stunden unbeaufsichtigt herumgestanden (Wer denkt schon am Morgen vor der Arbeit daran, die Sojamilch von der Heizung zu nehmen).

Ideal war das sicherlich nicht. Laut SalieriCs Rezept sollte man das Zeug spätestens nach 11 Stunden in den Kühlschrank stellen und auch Cooketteria hatte "nur" 18 Stunden veranschlagt.

Das Ergebnis



Fest ist's geworden. Nicht hieb- und stichfest, aber zumindest konsistenzmässig an Joghurt erinnernd. Schmecken tut's säuerlich - halt wie Joghurt. Ob's anders schmeckt als gekauftes Sojajoghurt, kann ich mangels direkter Vergleichsmöglichkeit schlecht beurteilen. Anders als die Sojamilch (übrigens gekaufte von der Migros) schmeckt das Tierlibeerenjoghurt auf jeden Fall.

Ob's für den Verzehr für alles und jeden unbedenklich ist, kann ich ebenfalls nicht sagen. Bisher hab ich ihn offenbar unbeschadet überlebt. Die Ästchen habe ich allerdings nicht gegessen.